Glossar
Fallschirmspringen: Fachbegriffe A–Z
Von AAD bis Wingsuit: die wichtigsten Begriffe aus dem Fallschirmsport, einfach und verständlich erklärt – ideal vor deinem ersten Sprung oder für die Ausbildung.
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A
AAD (Automatic Activation Device)
Automatischer Öffnungsautomat. Ein elektronisches Gerät (bekannt z. B. als «Cypres»), das den Reservefallschirm selbständig öffnet, falls in einer bestimmten Höhe noch kein geöffneter Schirm vorhanden ist. Bei Tandemsprüngen und in der Ausbildung Standard.
AFF (Accelerated Free Fall)
«Beschleunigter Freifall» – die verbreitetste Methode, um selbständiges Fallschirmspringen zu lernen. Der Schüler springt von Beginn an aus grosser Höhe im freien Fall, begleitet von einem oder zwei Instruktoren. Mehr dazu auf der AFF-Ausbildung.
Altimeter (Höhenmesser)
Zeigt dem Springer die aktuelle Höhe über Grund an – als analoges Gerät am Handgelenk oder als akustischer Höhenmesser im Helm, der die Öffnungshöhe ansagt.
Arch (Bogen)
Die stabile Grundkörperhaltung im Freefall: Hüfte nach vorne, Kopf, Arme und Beine leicht nach hinten – der Körper bildet einen Bogen und fällt dadurch stabil und bäuchlings.
B
BASE-Jumping
Das Springen von festen Objekten (Building, Antenna, Span/Brücke, Earth/Klippe) statt aus dem Flugzeug. Eine eigene, deutlich risikoreichere Disziplin – nicht mit dem klassischen Fallschirmspringen zu verwechseln.
BAZL
Das Bundesamt für Zivilluftfahrt – die Schweizer Aufsichtsbehörde, die auch den Fallschirmsport und die zugelassenen Sprungplätze reguliert.
Briefing
Die Einweisung vor dem Sprung. Beim Tandem erklärt der Instruktor Körperhaltung, Ausstieg und Landung; in der Ausbildung ist das Briefing deutlich ausführlicher.
C
Canopy (Kappe)
Der geöffnete Fallschirm. Moderne Kappen sind rechteckige Gleitschirme (Flächenschirme), die sich präzise steuern und weich landen lassen.
Container
Der «Rucksack» auf dem Rücken, der Haupt- und Reservefallschirm samt Gurtzeug aufnimmt.
Cutaway (Breakaway)
Das Abtrennen des Hauptschirms bei einer Fehlfunktion, um anschliessend den Reservefallschirm zu öffnen. Wird in der Ausbildung intensiv geübt.
D
Deployment (Öffnung)
Das Auslösen und Öffnen des Fallschirms. Die «Öffnungshöhe» ist die Höhe, in der der Schirm geöffnet wird – bei Tandems typischerweise rund 1500 Meter über Grund.
Dropzone (DZ)
Der Sprungplatz – Flugplatz und Landegelände, von dem aus gesprungen wird. Eine Übersicht bietet die Seite Sprungplätze.
E
Exit (Absprung)
Der Moment des Absprungs aus dem Flugzeug. Je nach Disziplin und Flugzeugtyp gibt es unterschiedliche Ausstiegstechniken.
F
Freefall (Freier Fall)
Die Phase zwischen Absprung und Schirmöffnung. In bäuchlicher Lage erreicht man rund 190–220 km/h. Aus etwa 4000 Metern dauert der freie Fall ungefähr 50–60 Sekunden.
Freefly
Disziplin mit dreidimensionalen Körperpositionen wie Kopf-unten (Head-down) oder Sitzflug (Sit-fly), bei denen deutlich höhere Fallgeschwindigkeiten erreicht werden.
Formation Skydiving (FS / RW)
Mehrere Springer greifen sich im freien Fall an und bilden gemeinsame Formationen. Früher auch «Relative Work» (RW) genannt.
G
Gurtzeug (Harness)
Das Gurtsystem, das den Springer fest mit dem Container und damit mit dem Fallschirm verbindet. Beim Tandem ist der Gast über vier Verbindungspunkte am Gurtzeug des Instruktors eingehängt.
H
Hop and Pop
Ein Sprung mit sofortiger Schirmöffnung kurz nach dem Ausstieg, meist aus niedriger Höhe. Wird in der Ausbildung und für bestimmte Disziplinen genutzt.
Hilfsschirm (Pilot Chute)
Ein kleiner Schirm, der beim Auslösen in den Luftstrom geworfen wird und den Hauptschirm aus dem Container zieht.
J
Jumprun
Der Anflug des Flugzeugs über den Absetzpunkt, entlang dessen die Springer nacheinander aussteigen.
L
Landeanflug (Landing Pattern)
Das standardisierte Anflugmuster zur Landung aus Gegenanflug, Queranflug und Endanflug – sorgt für geordnete, sichere Landungen aller Springer.
Line Twist (Leinendreher)
Verdrehte Steuer- und Tragleinen nach der Öffnung. Meist harmlos und durch «Auskurbeln» der Beine leicht zu beheben.
M
Malfunction (Fehlfunktion)
Ein nicht korrekt öffnender oder nicht steuerbarer Hauptschirm. Die Antwort darauf ist der Cutaway und das Öffnen des Reservefallschirms – ein Ablauf, der in der Ausbildung ausführlich trainiert wird.
Manifest
Das «Sekretariat» des Sprungbetriebs: Hier meldet man sich an, wird den Flügen zugeteilt und erfährt die Startzeiten.
P
PAC
«Progression Accompagnée en Chute» – eine der AFF verwandte, im französischsprachigen Raum verbreitete Ausbildungsmethode für selbständiges Springen.
R
Reserve (Reservefallschirm)
Der zweite, unabhängige Fallschirm. Er wird ausschliesslich von zertifizierten Riggern gepackt und regelmässig geprüft.
Rigger
Ein zertifizierter Fachmann für das Packen, Prüfen und Warten von Reservefallschirmen und Ausrüstung.
S
Slider
Ein rechteckiges Stoffteil zwischen Kappe und Leinen, das entlang der Leinen nach unten gleitet und die Schirmöffnung abbremst, damit sie sanft verläuft.
Static Line (Reissleine)
Eine ältere Ausbildungsmethode: Eine am Flugzeug befestigte Leine öffnet den Schirm automatisch, sobald der Schüler abspringt.
Swooping
Ein Highspeed-Landeanflug, bei dem die Kappe knapp über dem Boden entlanggleitet. Eine anspruchsvolle Wettkampfdisziplin für sehr erfahrene Springer.
T
Tandemsprung
Der Sprung zu zweit: Der Gast ist fest mit einem lizenzierten Tandem-Instruktor verbunden, der Ausstieg, freien Fall und Landung steuert. Der übliche Einstieg ohne Vorkenntnisse – siehe Tandemsprung.
Toggle (Steuerleine)
Die beiden Steuergriffe, mit denen die Kappe gelenkt und abgebremst wird: Ziehen rechts dreht nach rechts, beidseitiges Ziehen bremst zur Landung.
Tracking
Eine flache, gestreckte Körperhaltung im Freefall, mit der man horizontale Distanz zurücklegt – etwa um sich vor der Öffnung von anderen Springern zu trennen.
W
Windkanal (Indoor Skydiving)
Ein vertikaler Windtunnel, der den freien Fall am Boden simuliert. Ideal zum Üben der Körperhaltung und als Schnupper-Erlebnis – mehr unter Indoor Skydiving.
Wingsuit
Ein Flügelanzug mit Stoffflächen zwischen Armen und Beinen, der den Körper in einen Gleiter verwandelt und lange, flache Flugbahnen im freien Fall ermöglicht.