Sicherheit & Statistik
Wie gefährlich ist Fallschirmspringen?
Fallschirmspringen ist ein Extremsport mit einem Restrisiko – aber statistisch deutlich sicherer, als viele denken. Hier sind die aktuellen Zahlen, ehrlich eingeordnet, und was den Sport heute so sicher macht.
Sprungplatz findenDie ehrliche Antwort: sicherer, als sein Ruf
Ein Restrisiko bleibt – doch moderne Ausrüstung, Ausbildung und Regeln haben Fallschirmspringen zu einem der sichersten Extremsportarten gemacht
Fallschirmspringen in Zahlen
Aktuelle Statistiken der US-amerikanischen Parachute Association (USPA), dem grössten verfügbaren Datensatz weltweit
Zur Einordnung: 2024 verzeichneten die USPA-Sprungplätze bei rund 3,88 Millionen Sprüngen nur 9 Todesfälle – eine Rate von 0,23 pro 100'000 Sprüngen bzw. rund einem Todesfall auf über 430'000 Sprünge. Das ist die tiefste je gemessene Rate. Zum Vergleich: 1961, im ersten Jahr der Erfassung, lag sie bei 14,4 pro 100'000 – der Sport ist also über die Jahrzehnte dramatisch sicherer geworden.
Für Einsteiger besonders relevant: Der Tandemsprung gilt als sicherste Variante. Laut USPA liegt die Rate bei rund einem Todesfall pro 500'000 Tandemsprüngen. Verletzungen betreffen fast ausschliesslich die Landung – und die übernimmt beim Tandem der Instruktor.
| Jahr (USA) | Todesfälle | Sprünge | Rate pro 100'000 |
|---|---|---|---|
| 2024 | 9 | 3,88 Mio. | 0,23 |
| 2023 | 10 | 3,65 Mio. | 0,27 |
| 2022 | 20 | 3,90 Mio. | 0,51 |
| 2021 | 10 | 3,57 Mio. | 0,28 |
| 2020 | 11 | 2,80 Mio. | 0,39 |
Quelle: United States Parachute Association (USPA), Fatality Summary 2024. Die Zahlen beziehen sich auf die USA (grösster öffentlich verfügbarer Datensatz); für die Schweiz werden keine vergleichbaren Sprungzahlen zentral publiziert.
Was Fallschirmspringen so sicher macht
Mehrfache Sicherheitssysteme, strenge Ausbildung und Regulierung
Zwei Fallschirme
Jedes Fallschirmsystem besteht aus einem Haupt- und einem unabhängigen Reservefallschirm. Der Reserveschirm wird von zertifizierten Riggern regelmässig geprüft und neu gepackt.
Automatischer Öffnungsautomat (AAD)
Ein AAD (z. B. Cypres) öffnet den Reservefallschirm automatisch, falls in einer bestimmten Höhe noch kein Schirm offen ist. Bei Tandems und in der Ausbildung ist er Standard.
Ausbildung & Lizenz
Tandem-Instruktoren und selbständige Springer sind lizenziert und regelmässig überprüft. Die Lizenz erfordert eine strukturierte Ausbildung (in der Schweiz z. B. die AFF-Ausbildung).
Regulierung in der Schweiz
Der Fallschirmsport wird in der Schweiz vom Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) reguliert und vom Verband Swiss Skydive organisiert. Gesprungen wird nur an zugelassenen Sprungplätzen und bei geeignetem Wetter.
Häufige Fragen zur Sicherheit
Ehrliche Antworten auf die wichtigsten Bedenken
Sehr unwahrscheinlich. 2024 lag die Rate laut USPA bei 0,23 Todesfällen pro 100'000 Sprüngen – rund ein Todesfall auf über 430'000 Sprünge und die tiefste je gemessene Rate. Beim Tandemsprung ist die Rate mit rund 1 pro 500'000 nochmals deutlich tiefer.
Ja. Der Tandemsprung gilt als sicherste Form: Du bist mit einem erfahrenen, lizenzierten Instruktor verbunden, der das gesamte System steuert und landet. Deshalb ist er der übliche Einstieg für alle ohne Vorkenntnisse.
Jedes System hat einen unabhängigen Reservefallschirm, der von zertifizierten Riggern gepackt wird. Zusätzlich öffnet ein automatischer Öffnungsautomat (AAD) den Reserveschirm selbständig, falls nötig. Mehrere Sicherheitsebenen greifen also ineinander.
Die meisten Verletzungen entstehen bei der Landung. In einer USPA-Umfrage 2024 berichteten 5,6 % der erfahrenen Springer von einer behandlungsbedürftigen Verletzung. Tandemgäste sind hier im Vorteil, da der Instruktor die Landung übernimmt.