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Fallschirm Packanleitung

Step by Step

Fallschirm Packanleitung

Schritt für Schritt sicher und korrekt packen – die offizielle Anleitung für lizenzierte Skydiver.

Anleitung lesen

Korrekt packen – sicher springen

Das Packen des Fallschirms ist eine der wichtigsten Fähigkeiten eines jeden Skydivers

Warum das Packen so wichtig ist

Das Packen des Fallschirms ist kein optionaler Skill – es ist eine Kernkompetenz jedes lizenzierten Skydivers. Ein korrekt gepackter Fallschirm öffnet zuverlässig, gleichmässig und ohne Komplikationen. Fehler beim Packen können zu Fehlfunktionen führen.

In der Schweiz (und weltweit) ist das eigenständige Packen des Hauptfallschirms ab der A-Lizenz erlaubt und Pflicht. Den Reservefallschirm darf ausschliesslich ein zugelassener Rigger packen – er muss 1× jährlich neu gepackt werden.

Diese Anleitung gibt einen allgemeinen Überblick über den Packprozess. Die spezifische Vorgehensweise variiert je nach Fallschirm-Typ und Hersteller – informiere dich immer zusätzlich beim Hersteller-Manual deines Systems.

Wichtiger Hinweis: Als Anfänger pack deinen Fallschirm immer unter Aufsicht eines erfahrenen Skydivers oder Instruktors. Erst wenn du die Technik vollständig beherrschst, solltest du alleine packen.
1× / Jahr
Reserve-Packintervall
~20 Min.
Packdauer (Hauptschirm)
A-Lizenz
Voraussetzung zum Packen
Rigger
Für Reserveschirm nötig

Die Packschritte im Detail

Allgemeiner Überblick über den Packprozess eines Ram-Air-Fallschirms (Square Canopy)

01

Ausbreiten und Kontrollieren

Breite den Fallschirm vollständig auf einer sauberen, trockenen Fläche aus. Strecke die Leinen vollständig und überprüfe sie auf Verdrehungen, Beschädigungen oder Knoten. Kontrolliere das Gewebe auf Risse oder Verschleiss. Prüfe alle Schlosselemente und Verbindungsstücke.

Tipp: Nutze eine spezielle Packmatte oder saubere, glatte Unterlage. Gras, Sand oder raue Oberflächen können das Gewebe beschädigen.
02

Leinen entwirren und sortieren

Sortiere die Leinen systematisch nach A-, B-, C- und D-Ebene. Entwirre alle Verdrehungen von der Öffnungsschlaufe bis zum Kappe. Lege die Leinen sauber nebeneinander ohne Kreuzungen. Dieser Schritt ist entscheidend für eine gleichmässige, komplikationsfreie Öffnung.

Tipp: Beginne immer von der Kappe her und arbeite dich zu den Tragegurten hin – nicht umgekehrt.
03

Kappe zusammenlegen (Flaking)

Falte die Kappe symmetrisch zusammen, indem du jede Kammer einzeln (Cell by Cell) ausrichtest und aufeinander legst. Achte darauf, dass alle Einlassöffnungen (Cells) frei sind und das Gewebe gleichmässig liegt. Eine saubere Faltung ist Voraussetzung für eine gleichmässige Öffnung.

Tipp: Prüfe, ob die Brake Lines korrekt eingehängt und die Steuerschlaufen frei sind – bevor du weiter packst.
04

Slider positionieren

Schiebe den Slider (Öffnungsverzögerer) an die Ringösen am Kappenkopf heran. Der Slider muss oben an der Kappe anliegen und die vier Gruppen der Leinen müssen durch die Gummiösen des Sliders geführt sein. Ein korrekt positionierter Slider sorgt für eine sanfte, kontrollierte Öffnung.

Tipp: Kontrolliere nochmals alle 4 Leinengruppen: A, B, C, D – jede durch die korrekte Öse des Sliders geführt.
05

Leinen-Cocoon bilden

Falte die Leinen in einem gleichmässigen S-Fold (Zickzack) und binde sie mit dem Leinenbündelgummi zusammen. Der Leinencocoon muss sauber und kompakt sein. Lege den Cocoon oben auf die Kappe, so dass er beim Öffnen sofort frei wird und die Kappe gleichmässig aus dem Container zieht.

Wichtig: Der Leinenbündelgummi darf nicht zu stramm sein – er muss beim Öffnen problemlos aufgehen. Defekte Gummis sofort ersetzen.
06

Kappe rollen und einlegen

Rolle die gefaltete Kappe und den Leinencocoon kompakt zusammen und lege das Paket in den Main-Container (Packsack). Achte auf eine gleichmässige Verteilung ohne Druckstellen. Die Öffnungsschlaufe muss zugänglich und korrekt positioniert sein.

Tipp: Nutze Packpaddel (Packing Paddles) um die Kappe gleichmässig zu komprimieren – so schliesst der Container besser und öffnet zuverlässiger.
07

Container schliessen

Schliesse den Container in der richtigen Reihenfolge: zuerst die unteren Klappen, dann die oberen, dann die Seitenklappen. Jede Klappe wird mit dem entsprechenden Verschluss-Pin gesichert. Überprüfe abschliessend, ob alle Pins korrekt sitzen und der Closing Loop intakt ist.

Wichtig: Der Closing Loop muss die korrekte Länge haben – zu kurz erhöht den Öffnungswiderstand, zu lang kann zu unkontrollierter Öffnung führen.
08

Abschlusskontrolle

Führe vor jedem Sprung eine vollständige Ausrüstungskontrolle durch (Pre-Jump Check): Gurtsystem korrekt angelegt, alle Schnallen geschlossen, Reserve-Handle zugänglich, Cutaway-Handle erreichbar, AAD (Automatic Activation Device) eingeschaltet und betriebsbereit. Lass den Check wenn möglich von einer zweiten Person bestätigen (Buddy-Check).

Goldene Regel: Im Zweifel nicht springen. Ein schlechtes Gefühl beim Packen oder Check ist immer ein Grund zum Nachprüfen.

Video-Anleitung: Schritt für Schritt

Alle wichtigen Packschritte als Video — schau dir jeden Schritt genau an, bevor du selbst packst

Schirm aufnehmen
Schritt 1
Packanleitung
Schirm aufnehmen
Bremsen einhängen
Schritt 2
Packanleitung
Bremsen einhängen
Leinen Kontrolle
Schritt 3
Packanleitung
Leinen Kontrolle
Packen Sortierung
Schritt 4
Packanleitung
Packen Sortierung
Puppe machen
Schritt 5
Packanleitung
Puppe machen
Puppe Einpoten
Schritt 6
Packanleitung
Puppe Einpoten
Pod platzieren
Schritt 7
Packanleitung
Pod platzieren
Provisorisch packen
Schritt 8
Packanleitung
Provisorisch packen
Rig Anziehen
Schritt 9
Packanleitung
Rig Anziehen

Verschiedene Packmethoden

Es gibt verschiedene anerkannte Methoden zum Packen – lerne die für dein System empfohlene

Pro-Pack
Die am weitesten verbreitete Methode weltweit. Die Kappe wird in S-Folds gefaltet und dann gerollt. Schnell erlernbar, zuverlässig bei den meisten Fallschirmtypen und Wetterbedingungen geeignet.
Empfohlen für Anfänger
Flat-Pack
Die Kappe wird komplett flach gefaltet und nicht gerollt. Diese Methode eignet sich besonders für grössere Kappen und wird in manchen Regionen bevorzugt. Erfordert etwas Übung für gleichmässige Öffnungen.
Für grosse Kappen
Psycho-Pack
Eine fortgeschrittene Packmethode bei der die Kappe mit dem Boden nach oben eingelegt wird. Bekannt für sehr weiche, gleichmässige Öffnungen. Nur für erfahrene Skydiver mit guten Packkenntnissen empfohlen.
Für Fortgeschrittene

Fragen rund ums Packen

Häufige Fragen von Skydiving-Schülern und neuen Lizenzinhabern

Nein. Als AFF-Schüler ohne A-Lizenz darfst du deinen Hauptfallschirm nicht selbst packen. Das Packen übernimmt dein Instruktor oder ein autorisierter Packer. Erst nach bestandener A-Lizenz und nachgewiesenen Packkenntnissen darfst du alleine packen. Das Lernen des Packens ist jedoch Teil der AFF-Ausbildung.

Der Reservefallschirm muss in der Schweiz 1× jährlich von einem zugelassenen Rigger gepackt werden – unabhängig davon, ob er benutzt wurde oder nicht. Das Packen des Reserveschirms durch den Skydiver selbst ist verboten. Prüfe immer das Packtag an deinem Container.

AAD steht für Automatic Activation Device (automatisches Auslösegerät). Es öffnet den Reserveschirm automatisch, wenn es einen Freifall in zu grosser Höhe erkennt. Vor jedem Sprung musst du sicherstellen, dass das AAD eingeschaltet ist und der Selbsttest erfolgreich war. Gängige Systeme in der Schweiz sind Cypres und MARS – beide haben spezifische Einschalt- und Prüfverfahren.

Im Falle einer Fehlfunktion (Malfunction) führst du die in der Bodenschulung gelernten Notfallverfahren aus: Situation beurteilen, bei schwerwiegender Fehlfunktion Hauptschirm abschneiden (Cutaway), anschliessend Reserve öffnen. Diese Verfahren werden in der AFF-Bodenschulung intensiv trainiert und müssen im Schlaf beherrscht werden. Für spezifische Malfunction-Verfahren gilt immer das Handbuch deines Systems.

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